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Autor 704Mitki
TitelWeimar Kniga, Mitjki, Russian Design u.a. (Konvolut aus neun Heften, Preislisten und Ephemera)
OrtSt. Petersburg
LandRussische Föderation
Jahr1985-1998
EditionMitki
KünstlerFlorenskaja, Olga
Florenskij, Alexander
Mitki
Schagin, Dmitrij
Schinkarjov, Wladimir
TechnikUnterschiedliche Techniken
AusstattungUnterschiedliche Formate
AuflageUnterschiedliche Auflagen
AnmerkungenDas Konvolut zu der St. Petersburger Künstlergruppe "Mitki" besteht aus elf Heften, Preislisten und Ephemera sowie einem ironischen Kalender aus dem Jahre 2002 mit Spiralheftung. Sechs Hefte enthalten Zeichnungen, Datierungen und Signaturen der Mitki-Künstler, die der Sammler bei ihrem München-Besuch im Februar 1998 kennen lernte. Beiliegend auch die Mitjki-Zeitung Nr. 11 ("Mitjki in München") aus 1998 (2 Exemplare).

"Die Mitjki wurden 1984 durch D. Schagin, A. Florenskij und W. Schinkarjov gegründet. Identifikationsfigur und Namenspatron ist W. Schagins Sohn Dmitrij (Mitjok). Sein in den 70er und 80er Jahren gepflegter Lebensstil war eine Antithese des ’sovjetischen Alltags’, eine altrussische Mischung aus Antroposophie, Gutmütigkeit, Trunksucht und laissez-vivre. ... Mitjok sein heißt nicht Kunst machen, sondern Leben produzieren. ... Die einheitliche soziale Pose der Mitjki bis hin zum zeitweise angenommenen uniformierten Habitus (Matrosenhemd, Vollbart, Wattejacke) bedeutet aber nicht, daß die einzelnen Künstler auch uniform arbeiten würden." (Dr. Jörk Rothamel im Faltblatt mit der Einladung zur Vernissage am 13.02.1998 in München)

zu Mitki:
Jule Reuter (Hrsg.),
GegenKunst in Leningrad: zeitgenössische Bilder aus der inneren Emigration.
München, Klinkhardt & Biermann, 1990.
Unter anderem über die Künstlergruppe "Mitki". (S. 59-67) mit Biografien der beteiligten Künstler im Anhang. Dort auch: "Beginn einer Dokumentation von Wladimir Sorokin".

Joseph Kiblitsky (Hrsg.),
Biennale Wasser. Water. Kulturtage. Days of Culture.
Bad Breisig, Palace Editions, 2011. Auf den Seiten 24-27 Abbildungen von Bildern Dmitrij Schagins, einem Künstler der Mitki-Gruppe. Auf den Seiten 26/27 mit dem witzigen Foto "Mitkis Matrosenhemd für 7 Leute".
 
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Autor 716Iljinski, L.
TitelWie Lenin den Bauern bestrafte. Russisches Märchen
OrtSt. Petersburg
LandRussische Föderation
Jahr1997
EditionBorey-Print
KünstlerGolubew, Wassili
TechnikOffset
AusstattungNicht paginiert (8 Blatt), 16,4 x 13 cm, Klammerheftung
Auflage1.000 Exemplare
AnmerkungenAngeblich basierend auf einem 1925(26?) erschienenen Märchen über Lenin, das ihn als Wohltäter erscheinen lässt, der einen korrupten Steuereintreiber drastisch bestraft. 1997, im Jahr des Erscheinens dieses Künstlerbuches, wohl als bissige Satire auf den Lenin-Mythos zu verstehen.
 
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Autor 711Cholin, Igor
TitelBriefkasten. Gedicht
OrtKineschma
LandRussische Föderation
Jahr2000
EditionVerlag V. Goppe
KünstlerGoppe, Victor
Karasik, Michail
TechnikLithografien (4, mehrfarbig)
AusstattungNicht paginiert (12 Blatt), 24,9 x 17,6 cm, kartonierter Einband mit vier Ausstanzungen, die den Eindruck eines Briefkastens vermitteln
Auflage38/40
AnmerkungenCholin (1920-1999) war Kultdichter des Moskauer Untergrunds und Mitglied der Lianosowo-Gruppe. Dieser Band erschien zum 100. Geburtstag des Dichters. Von jedem Künstler sind zwei signierte Farblithografien enthalten. Auf der Titelseite von Karasik signiert und nummeriert.

"Lianosowo ist ein Barackenvorort von Moskau, in dem vom Ende der fünfziger bis Mitte der sechziger Jahre Künstler lebten, denen die Ausstellung gewidmet ist. Unter primitivsten Lebensbedingungen schufen sie bedeutende Werke der inoffiziellen Moskauer Kulturszene, die bis zum Beginn von Perestroika und Glasnost wichtig waren — als Untergrund-Kunst.

Seit 1957 fanden in Lianosowo die typisch sowjetischen illegalen Wohnungsausstellungen und Dichterlesungen statt. Der russische Poet und Kunstliebhaber Wsewolod Nekrassow sammelte im Laufe von über fünfzehn Jahren mehr als hundert Werke dieser Kunstszene. ... In Lianosowo wurden Themen wie Arbeitslager und Kriegserfahrung, der trostlose Alltag der Vorstadtmenschen aufgegriffen. Themen also, die von der offiziellen sowjetischen Kulturszene ausgegrenzt waren.

In ihren Bildern entdecken die Maler die künstlerischen Mittel als solche, den Eigenwert der Farbe, des Lichts und der Linien wieder. Die Künstler der Lianosowo-Gruppe kehren zu einem traditionellen Künstlerverständnis zurück, zu einem Ideal des Malers als Schöpfer autonomer Werke anstelle eines Agenten gesellschaftlicher Umgestaltung. Chruschtschow ließ die erste genehmigte Ausstellung der Nonkonformisten platzen

Die Reaktion der offiziellen Kritik auf die Kunst von Lianosowo zeigt das Ausmaß des Abgrunds, der zwischen den beiden Kulturbegriffen klafft. 1963 ließ Nikita Chruschtschow die erste genehmigte Ausstellung zeitgenössischer nonkonformer Kunst während (der) Eröffnung platzen, als er die Bilder „von Eselsschwänzen gepinselten“, „unserer Ideologie fremd“ bezeichnete.

Die Moskauer Kritikerin Galina Manewitsch erklärt die besondere Wirkung der Lianosowo-Künstler folgendermaßen: ’Lianosowo war ein Zentrum einerseits der scharfen Sozialkritik und andererseits eines formal-abstrakten Denkens.“ In der Ausstellung (in der Sparkasse Bremen) sind unter anderen Werke solcher bedeutender Maler zu sehen wie: Oskar Rabin, Lew und Jewgenij Kropiwnizkij, Nikolaj Wetschtomow und Boris Sweschnikow.’" (taz online, 07.08.1992)
 
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Autor 695Karasik, Michail
TitelMatjeshering (Matie Herring)
OrtSt. Petersburg
LandRussische Föderation
Jahr2004
EditionM.K. Publishers
KünstlerKarasik Michail
Technik
AusstattungNicht paginiert (8 Blatt), 8,2 x 22,1 cm, acht rechteckige Pappteller, die zum Servieren von Imbiss verwendet werden, verschraubt, in schwarzer Pappschachtel mit Etikett einer Heringsdose
Auflage21/30
AnmerkungenDer Text stellt auf literarisch-humorvolle Weise die Bedeutung des Matjesherings für die russische Kultur dar. Dem Buch liegt die Übersetzung des Textes ins Englische bei: "Herring is the smell of the motherland./The voice of the motherland is the smell of herring." Inhalt und Form des Buches stimmen auch hier überein: Die Träger des Textes sind rechteckige Pappteller, auf denen der Matjeshering als Imbiss serviert wird. WVZ Stommels & Lemmens Nr. 73
 
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Autor 306Karasik, Michail
TitelRukawilja (Der Fäustling)
OrtSt. Petersburg
LandRussische Föderation
Jahr2001
EditionM.K. Publishers
KünstlerKarasik, Michail
Remischewski, Viktor
TechnikMischtechnik
AusstattungNicht paginiert (13 Blatt), 25 x 14 cm, Filzhandschuhe mit Ringbindung, in Kassette
Auflage5/25
AnmerkungenIm Impressum von Karasik und Remischewski signiert und nummeriert. Der Buchblock ist hinten auf eine Plexiglasscheibe montiert und wird vorne durch eine weitere Plexiglasscheibe geschützt. Der Einband besteht aus zwei russischen Fäustlingen; der rechte trägt das Portrait Karasiks, der linke das Portrait Remischewskis im Siebdruck und signiert. (Die Fäustlinge stammen aus dem Waren- und Handelslager "Arbeitskleidung".) Beiliegend ein kleines Heftchen mit der deutschen Übersetzung des Texts, von Karasik signiert und mit der (falschen?) Nummer 8 versehen. WVZ Stommels & Lemmens Nr. 53
 BilderBilder
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Autor 280Charms, Daniil
TitelEst il chudo? (Ob es Wunder gibt?)
OrtSt. Petersburg
LandRussische Föderation
Jahr1995
EditionM.K. Publishers (M.K. Charmisdat)
KünstlerKarasik, Michail
TechnikLithografien (mehrfarbig, einfarbig), Collagen mit Silberfolie
AusstattungNicht paginiert, 31,6 x 24 cm, lose Blätter im beschrifteten gelben Umschlag, dieser in weiterem gelben und violetten Umschlag, alles in farbiger Halbleinenkassette
Auflage8/21
AnmerkungenVeröffentlichung von M. K. Publishers (M.K. Charmisdat). Text in russischer Sprache, handschriftlich lithografiert, Druck auf Bütten. Titel und erste Lithografie signiert, erste Lithografie zusätzlich datiert. Texte von Daniil Charms aus den 1920er bis 1940er Jahren. Collagen mit montierter Silberfolie, die teilweise interessante Spiegelungen des gegenüber liegenden Blattes ergeben. Manche Texte spiegelverkehrt geschrieben; in einem Fall sind sie nur in der Spiegelfolie zu lesen. Dieses Künstlerbuch setzt die skurrilen Texte Charms in entsprechende Bilder um. WVZ Stommels & Lemmens Nr. 37
 
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