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Über das Sammeln
 

′...friendships and deep insights into this time...′ On some Presentation Copies from my Collection
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  Bodman, Sarah (ed.),Artist′s Book Yearbook 2012-2013. Impact Press at the Centre for Fine Print Research, University of West England, Bristol, 2011, p. 70-77, translated bei Cornelia Göbel.
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„...Freundschaften und tiefe Einblicke in die Zeit...“ Über einige Widmungsexemplare in meiner Sammlung
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  Wurm, Carsten (hrsg. im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft), Neue Jubelrufe aus Bücherstapeln. Widmungsexemplare aus dem Besitz von Sammlern. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2011, S. 47-52.
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Sammler und seher

der sammler trägt zusammen, was einander ähnlich und doch in kleinigkeiten verschieden ist.
In der höchsten potenz des sammlertums hortet er gleiches, sein traum ist, alle exemplare einer art zu besitzen.
Der sammler lebt in der fülle der dinge, die ihn umgeben, er tritt hinter sie zurück wie ein stolzer vater, der auf seine ausgezeichneten kinder blickt und weiß, daß sie durch ihn, dank seiner fürsorge, existieren.
Aber er wird die gegenstände nie loslassen, er kann nicht gestatten, daß sie sich von ihm entfernen. die vorstellung, daß die sammlung in alle richtungen zerstreut, vom winde verweht würde, bereitet dem sammler schlaflose nächte.

Er verklammert seine schätze mit dem eigenen namen, als ließe der tod sich aufhalten und ungeschehen machen, wenn die toten dinge seinen namen als schirm über sich wissen und künftige bewunderer ihn nennen werden, wenn sie staunend vor dieser eigenen welt stehen, der frucht langer mühen und geduldigen aufspürens, wie gott es mit lehm hielt, aus dem er den ersten menschen formte.

Dem seher stoßen die eingebundenen zu.
Er sucht nicht, sie finden ihn, suchen ihn heim, er kann sie nicht abschütteln, es rettet nicht, die ohren zuzuhalten oder blind zu sein, im gegenteil, je mehr er sich entziehen kann und seiner gabe entledigen möchte, desto hartnäckiger wird er bedrängt von dem, was kommt und droht.

Er sieht, was unsichtbar ist, er hört, was nie gesprochen wurde.
Sein inneres auge ist der einzige zeuge, dessen wissen der mund manchmal kündet.
Von seinen eingebungen behält der seher nichts in den händen, was er vorweisen könnte.
Während der sammler auswählt und ordnet, überkommt es ihn in wildem ritt.
Die nächte, da von der bilder flut der schlaf entzogen wird, machen ihn so müde, daß jeder widerstand schwindet.
vielleicht ist das, was ihm widerfährt, ein scherbengericht - scherben einer zukunft, die keine wohlgeformte vase ergeben und sich in sein leben bohren
wie die spitze des dolchs.

  Text von Markus Epha, Berlin, 2011
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Das „Geisterhaus von Nürnberg“ - eine Einführung zum Film von Katharina Karasjewa

Das Haus wurde zu Beginn der 1950er Jahre von Ilse und Alois Rupp erbaut. Sie verwendeten dazu sowohl Sandblöcke vom Stadttheater und vom Nürnberger Opernhaus als auch Steine von im Krieg zerstörten Wohnhäusern.

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  Katharina Karasjewa, „Die Gesamtheit der Dingformen“, Abschlussarbeit an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, 2007, www.a42.org
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UNSER PLANET LEBT

Unser Planet lebt.
Nur langsam reagiert er auf das, was Menschen ihm antun.
Erde ist ein Zeitspeicher.

Erde hat ein minutiöses Gedächtnis.

Keine Spur, keine Bewegung, keine Manipulation verschwindet im Boden.
Keine Eigendynamik auf der Erdoberfläche und tief im Inneren der Erde kann in Vergessenheit geraten.

Wer an Informationen über Erde in ihrer mineralischen Beschaffenheit kommen will, muss zunächst graben. Und wer gräbt, wird feststellen, dass alle möglichen Einwirkungen auf die Erde - von außen und von innen - zu ihrer Veränderung führten und führen.

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  Rede von Sabine Krebber zum Projekt SHOA von Ekkeland Götze am 11. Oktober 2007 in Sankt Lukas, München
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„... a Dim Reflection of Art“ Memories of a (West) German Collector

„I take some pride in stating, at the very outset of these Memoirs, that throughout the whole course of my life I have been my own master, and a free agent.“ This is what Giacomo Casanova confesses in his Memoirs.

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in: Bodman, Sarah (ed.), Artist′s Book Yearbook 2006-2007, Impact Press at The Centre for Fine Print Research, University of the West of England, Bristol, 2005, p. 25 - 31, translated by Cornelia Göbel
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»... ein matter Abglanz der Kunst«
Erinnerungen eines (west)deutschen Sammlers

»Ich erkläre meinem Leser von vornherein, daß ich bei allem, was ich zeit meines Lebens an Gutem oder Bösem getan habe, sicher bin, entweder verdienstvoll gehandelt oder gesündigt zu haben, und daß ich mich deshalb für ein mit freiem Willen begabtes Weesen halten muß«,; bekennt Giacomo Casanova in Geschichte meines Lebens (Bd. 1, 1965, S. 63).

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in: Wurm, Carsten /hrsg. im Auftrag Pirckheimer-Gesellschaft), Jubelrufe aus Bücherstapeln. Die Pirckheimer-Gesellschaft 1956 bis 2006, Wiesbaden, Harrassowitz-Verlag, 2006, S. 149 - 154.
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„Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt“ (Jorge Luis Borges) - Anmerkungen eines Sammlers

Eigenartigerweise erinnere ich mich genau an diesen 03. Mai 1976: Zusammen mit englischen und deutschen Freunden fuhr ich in einem alten grünen Morris Minor Traveller aus den sechziger Jahren, in dessen Innenraum an den unterschiedlichsten Stellen zentimetergroße Pilze wuchsen, in das romantische Fischerdorf Whitstable an der Ostküste Südenglands. Dort kaufte ich in einer Buchhandlung den kleinen Pressendruck "A dissertation upon roast pig", erschienen 1975 in der Shoestring Press von Ben Sands, gedruckt auf handgeschöpftes Büttenpapier der legendären Chiswick Press.

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in: Stadtmuseum Fürstenfeldbruck (Hrsg.), KünstlerBücher. Die Sammlung Reinhard Grüner, Fürstenfeldbruck, 2004
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Jedesmal, wenn ein alter Mensch stirbt, stirbt eine Bibliothek

Die Geschichte der antiken Bibliotheken schließt oft mit einem Brand. Brände entstehen nicht ohne Grund. Es ist, als ob eine höhere Macht an einem bestimmten Punkt eingriffe, um einen Organismus zu zerstören, der nicht mehr kontrollierbar ist: und er ist deshalb nicht mehr beherrschbar, weil er eine unendliche Wachstumsfähigkeit besitzt. (Luciano Canfora, Die verschwundene Bibliothek)

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in: Hartmut Andryczuk (Hrsg.), Erste Eschatologische Internationale. Berlin, 1996 (erschien als unikater Beitrag in Verbindung mit dem Holzschnittexlibris "IN MEMORIAM FRITZ GRÜNER 1919-1994" von Frank Eißner/Leipzig in obigem Communication Art Projekt)
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Aus meinem Sudel-Notebook (von Bernd-Ingo Friedrich)

Ein Dauerbrenner in jeder Beziehung, in der es nur einen Büchernarren gibt, ist die Erörterung der Frage: wie viele Bücher braucht der Mensch? Unternehme ich sie mit meiner Frau, so kenne ich ihre Antwort schon im Voraus, denn sie wird, ohne mit der Wimper zu zucken, feststellen: auf alle Fälle hast du schon genug. Nun, ich denke, auch in dieser Frage entscheiden letzten Endes die zwei wichtigen Dinge: Geist und Geld. Hat man genügend Geist, kann man auf Bücher ganz und gar verzichten, wie der Sonderling Mentelli. Hat man genügend Geld, kann man sich nach Herzenslust Bücher kaufen, wie die Regensburger Thurn und Taxis, ob man die nun alle braucht oder nicht. Der Durchschnittsmensch, wie ich zum Beispiel, kann auf Bücher nicht verzichten, hat aber meist zu wenig davon.

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in: Pirckheimer-Gesellschaft (Hrsg.), Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. 173. Heft (I, 2004), S. 65 - 67.
(Der Artikel erschien in diesem Heft in leicht veränderter Form unter dem Titel "Wie viele Bücher braucht der Mensch? Aus meinem Sudel-Notebook" ; die auf der Homepage publizierte Fassung entspricht dem Original des Autors.)
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