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10 Einträge (sortiert nach Künstler)
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Autor 497Multerer, Gerhard u.a.
TitelDas Paradies ist eine immense Bibliothek
OrtOhne Ort (Freilassing)
LandDeutschland
Jahr1997
EditionMulterer, Gerhard (Selbstverlag)
KünstlerMulterer, Gerhard
TechnikMalerei, Collagen
AusstattungNicht paginiert, 42 x ca. 34 cm, Halbleinen,
Pappband mit Zerstörungen, Titelschild, (privater)
Schutzumschlag, im Schuber
AuflageUnikatbuch
AnmerkungenAuf dem ersten Blatt vom Künstler signiert und datiert. Dieses Buch, der Tochter des Künstlers gewidmet, beschäftigt sich mit dem Weg des Menschen durch die Welt: "Lesen erzeugt Bildung, Wissen ist mittelbar. Weisheit ist unmittelbar. Individuelles Glück entsteht durch Weisheit. Wissen und Weisheit sind Wege zum Paradies. Gehen muß man selbst. Das Paradies IST EINE IMMENSE BIBLIOTHEK." (Aus dem handschriftlichen Vorwort des Künstlers.) Eine der ersten Seiten ist betitelt "Wanderer": "Der Wanderer ist SAMSARA, im Zustand , des im Kreislauf von Geburt und Tod befangenen Menschen, solange, bis Erleuchtung und Befreiung erlangt und das bewegungslose Zentrum erreicht ist." Außer seinen eigenen Texten zitiert der Künstler auch Carlos Castaneda ("Die Lehre des Don Juan") und J. R. Jiminez ("Herz, stirb oder singe"). Der Einband weist Spuren der Zerstörung auf, da das ursprüngliche Buch im Eis festgefroren war und vom Künstler als Fundstück mitgenommen und weiter bearbeitet wurde. Auch die Seiten sind unregelmäßig.
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Autor 608Multerer, Gerhard
Titel"Vereinigungsdruck"
OrtFreilassing
LandDeutschland
Jahr1992
EditionMulterer, Gerhard (Selbstverlag)
KünstlerMulterer, Gerhard
TechnikAquarelle (28 + Titelblatt)
AusstattungNicht paginiert, 44,2 x 32,6 cm, Halbleinenband mit Aquarell auf Vorder- und Rückseite, jedes auf Karton kaschierte Aquarell vom Künstler signiert und datiert
AuflageUnikatbuch
AnmerkungenMulterers Aquarelle befinden sich auf Ausschnitten zeitgenössischer Zeitungen, in denen auf die untergegangene DDR immer wieder Bezug genommen wird. Viele der Bilder thematisieren das Thema "Vereinigung" aber auch als erotischen Akt. "Wiedervereinigung" ist in diesem Künstlerbuch also ambivalent und zeigt, dass der "Druck" der politischen Vereinigung auch einen intensiven emotionalen bedingt, soll die Wiedervereinigung denn gelingen.
 
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Autor 621Multerer, Gerhard/Schönberg, Arnold
TitelTotentanz der Prinzipien
OrtKeine Angaben (Freilassing)
LandDeutschland
Jahr2011
EditionMulterer, Gerhard (Selbstverlag)
KünstlerMulterer, Gerhard
TechnikFotos (schwarz-weiß), Malerei, Mischtechnik
AusstattungNicht paginiert (15 Blatt), 40,5 x 39 cm, Halblederband mit Zellophanumschlag
AuflageUnikatbuch
AnmerkungenDer Titel von Multerers Künstlerbuch ist Arnold Schönbergs "Totentanz der Prinzipien", einem unvertont gebliebenem Libretto aus dem Jahre 1915, entliehen. Das Künstlerbuch handelt an der Oberfläche von Tod und körperlichen Liebe. Im Hintergrund finden sich aber auch Verweise auf Arnold Schönberg, den radikalen Neuerer der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Es zitiert darüber hinaus die Wiener Moderne, da die Haltung mancher Frauenhände im Buch an Bilder Schieles erinnert. Dadurch entsteht ein vor allem sinnliches Buch, das in Wort, Bild, Klang und Materialität eine ergreifende Einheit bildet.

Die Fotos im Buch stammen von Künstler selbst, nur die Liebesszenen mit den gespreizten Fingern sind von TomBoy (Berlin). Alle wurden von Gerhard Multerer digital bearbeitet, auf Folie gedruckt, schließlich auf Lastwagenplanen geklebt und teilweise übermalt. Um sie haltbar zu machen, wurden sie mit Wachs bearbeitet und die Seiten anschließend poliert. Sie zeigen durchwegs erotische Szenen, spielen aber auch auf die Atomkatastrophe von Fukushima an. Teilweise vermischen sich beide Bereiche, z. B. in der "bandaged power plant", die sowohl auf Atomkraft als auch auf eine japanische Liebestechnik verweist.

Die Texte spielen sich auf zwei verschiedenen Ebenen ab: Zum einen kommentiert der Künstler handschriftlich die fotografischen Arbeiten: "position of my memory", "a 2011 fallen Icarus", "this catastrophe will be with us the next 25 years", "tell it to everyone/tell it to Arnold (= Schönberg),/to Egon (=Schiele)/and to Sigmund (= Freud)". Zum anderen finden sich in Schlitzen der Buchseiten an Schnüren befestigte Bleitäfelchen, auf die Texte von Arnold Schönberg, die von Multerer verändert bzw. ergänzt wurden, kaschiert sind. Diese wurden dem Buch "Arnold Schönberg, Texte" (Universal Editionen New York, 1926) entnommen und beschäftigen sich mit dem Tod von Schönbergs Mutter Pauline Nachod am 12.10.1921. Die Themen sind Schmerz, Tod, Trost und Unsterblichkeit:

"15
Ohne Rücksicht geht eins vom andern.
Wie im Leben, so in den Tod.
Ohne zu fragen, obs dem andern recht ist.
Ob er allein bleiben will?
Ob er nicht mit möchte?
Man hat vereinbart, beisammen zu bleiben.
Brutal bricht eins den Vertrag."

Obwohl das Künstlerbuch im bayerischen Freilassing entstand, sind im Impressum Wien und Tokyo angegeben, da diese im Buch indirekt eine große Rolle spielen.

Auf dem vorderen Einbanddeckel und im Impressum signiert und datiert.
 
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Autor 622Multerer, Gerhard
TitelJelena
OrtKeine Angaben (Freilassing)
LandDeutschland
Jahr2013
EditionMulterer, Gerhard (Selbstverlag)
KünstlerMulterer, Gerhard
TechnikFotografien, Mischtechnik
AusstattungNicht paginiert (34 Blatt), 30 x 42 cm (Querformat), Halblederband mit Holzdeckeln, der Titel "JELENA" in den Holzdeckel mit Wachs eingelassen, auf den Innenseiten von Vorder- und Rückendeckel Leinenseiten montiert, die sich zwischen die Seiten schieben lassen, zwei weitere Leinenseiten liegen lose bei, Schutzumschlag aus Folie mit aufkaschierten Fotos eines nackten badenden Mädchens
AuflageUnikatbuch
AnmerkungenBei der in Wort und Bild erzählten Geschichte des Buches sind die Zeitebenen verschoben. Der Künstler schreibt dazu in seiner Mail vom 31.01.2014:
"Ich mache im Januar 2013 ein Buch über etwas, das ich 30 Jahre in meinem Kopf trug, etwas, das zwar real ist, aber in der Auswirkung auf mich irreal wirkt. Ich lese die Primärliteratur erst ein Jahr danach, weil ich sie schlicht gesagt nicht früher finden konnte. Erst nach der Lektüre der Primärliteratur verstehe ich mein eigenes Werk. ...
Meine Geschichte beginnt so: In einem Zugabteil kam es damals ca. 1985, zu einem Aufeinandertreffen, von dem ich heute sagen kann, dass es sicher stattfand. Damals sagte mir ein Mädchen: Ich bin die Frau, die es (für dich) nicht gibt. Ich hab damals gar nichts gesagt. Ich hatte ihren Reisepass in der Hand, habe nur ihren Namen gelesen und nie mehr vergessen."
Erst ein Jahr nach Fertigstellung des Buches findet Multerer das Buch "Jelena Zena Koje Nema" ("Jelena, die Frau die es nicht gibt") von Ivo Andric in deutscher Übersetzung. Es beschreibt die Geschichte einer unerfüllten Liebe, in der der Protagonist über Jahre einen Brief von Jelena erwartet und sie immer in seiner Nähe zu verspüren meint. Erst nach der Lektüre dieses Buches versteht der Künstler das von ihm geschaffene Werk.

Der sehr berührende Text des Buches stammt vom Künstler selbst, der als Quellen dafür angibt:
- "Mirjana Mrgic", die Frau, die den Künstler zu dieser Arbeit inspirierte und die im Buch den fiktiven Namen "Jelena" trägt
- "Penelope", das letzte Kapitel aus James Joyce "Ulysses", in der Übersetzung von Hans Wollschläger
- "Jelena, die Frau, die es nicht gibt" von Ivo Andric
- "Tagebuch des Todes" von Zoran Filipovic, Fotos von Gerhard Multerer bearbeitet.

Nachfolgend ein Auszug des Textes, in einer Art von "stream of consciousness" geschrieben, der einen Menschen wie einen Wachtraum immer wieder heimsucht:

"... wie weich sind doch die grünen Felder mit ihren Geschichten aus Honig und Blut
die Märchen die der Balkan den traurigen Kindermenschen zuflüstert ...
dort gibt es Frauen die im Rhythmus der Liebe über den Tod lachen
und sich Girlanden aus vergossenen Tränen um ihre zarten Schultern binden
ich liebte diese Seele und wagte nicht sie zu berühren und ich liebte diese Sehnsucht ...
so wurdest du was du warst und was du bist Jelena die Frau die es nicht gibt ich habe sie mein ganzes Leben getragen als bunte Murmel in meinem Kopf ...

ich möchte mich lieber daran erinnern wie es in den besten Tagen war es ist besser geliebt und etwas verloren zu haben als überhaupt nie geliebt zu haben Liebe geht nie ganz verloren wenn sie nicht enttäuscht wird sie fließt immer wieder zurück und reinigt mein Herz es wird gewogen werden und Belgrad wird wie meine Geburtsstadt sein ..."

Die Texte sind auf Vorder- und Rückseite durchsichtiger Folien geschrieben, die mit Fotos beschichtet sind. Text und Bild sind in den meisten Fällen nur dann sichtbar, wenn die beiliegenden Leinenseiten untergelegt werden. Wenn man diese entfernt, sind Text und Bild nur mehr Erinnerung. Die Fotografien beschreiben eine Reise mit dem Zug nach Serbien. Man sieht u. a. Bahngleise, zerstörte Bibliotheken und immer wieder Portraits von Frauen. Es handelt sich hierbei um von Gerhard Multerer bearbeitete Fotos aus Zoran Filipovics "Tagebuch des Todes" über das Jugoslawien der 90er Jahre. Die Porträts im Buch sind von der Wiener Schauspielerin Andrea Clausen und Mirjana Mrgic, die sich ähnlich sehen.
Im Impressum signiert und datiert..

 
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Autor 45Cave, Nick
TitelSalome
OrtRudolstadt
LandDeutschland
Jahr1995
Editionburgart-presse
KünstlerNicolai, Carsten
TechnikHolzschnitte (7 + 7), Zeichnung
AusstattungNicht paginiert, 26,3 x 17,2 cm, Ganzleder mit Blindprägung im
Schuber
Auflage15/24 (Vorzugsausgabe B), insgesamt 107 Exemplare
Anmerkungen11. Druck der burgart-Presse. Nr. 15 von 24 Exemplaren der Ausgabe B mit einer zusätzlichen Suite der Holzschnitte auf Büttenpapieren des 18. Jahrhunderts. Ausgabe A: Nr. 1-12 mit einer Zeichnung des Künstlers, einer CD und einer Fotodokumentation der Berliner Aufführung, Ausgabe B: Nr. 13-36 mit einer zusätzlichen Suite der Holzschnitte, Ausgabe C: Nr. 37-72, plus 35 römisch nummerierte Künstler- und Verlegerexemplare, insgesamt also 107 Exemplare. Im Impressum von Autor und Künstler signiert. Bleistiftzeichnung des Künstlers mit Widmung für Reinhard Grüner im Buch und Foto des Künstlers, der die Zeichnung in einem Münchner Lokal anfertigt. Beigegeben Informationen zum Buch und Zeitungsartikel über den Kultmusiker Nick Cave.
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Autor 53Mayröcker, Friederike
TitelNimbus der Kappe
OrtRudolstadt
LandDeutschland
Jahr1993
Editionburgart-presse
KünstlerNicolai, Carsten
TechnikLithografien (11, farbig), Prägungen, Stanzungen
AusstattungNicht paginiert, 33,5 x 29,7 cm, 2 Buchblöcke verbunden in
Halbleineneinband im (privaten) Schuber
Auflage17/20 der Ausgabe A (Gesamtauflage : 130 Exemplare)
Anmerkungen8. Druck der Burgart-Presse. Im Impressum von Mayröcker und Nicolai signiert. Das gemeinsame Buchprojekt geht auf eine Begegnung der beiden Künstler im Frühjahr 1991 zurück. Der elfteilige Textzyklus von Friederike Mayröcker bildet die Grundlage für die Gestaltung des Buches, wird selbst Material für die Arbeiten von Olaf Nicolai. In dieser Form werden die "klassischen" Rollen des Autors und Illustrators neu verteilt. Zwei gegenständliche Buchblöcke lassen durch Ausstanzungen und Mehrfachfaltungen der Seiten ungewöhnliche Möglichkeiten zum Lesen und Betrachten des Buches zu. (Frei zitiert nach dem Verlagsprospekt aus dem Jahr 1993.) Mit einem zusätzlichen handschriftlichem Text von Friedrike Mayröcker und einer Handzeichnung von Olaf Nicolai. Beiliegend diverse Zeitungsartikel über Friederike Mayröcker, die am 20.12.1994 70 Jahre alt wurde und 1996 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste erhielt (Einladung dazu ebenso beiliegend.) Weiterhin ist der Artikel "Die Krise und die Kreise" aus der SZ beigegeben, in dem auf den documenta-Teilnehmer Nicolai als jemanden, der sich den Kunstkonventionen verweigert und als "Grenzgänger" tituliert ist, verwiesen wird.
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